www.mamboteam.com
 
Startseite arrow Berichte des KFV arrow 2013 arrow 01.10.2013 - Übungstag bei der Firma Bayernoil
Freitag, 20. Juli 2018
 
 
01.10.2013 - Übungstag bei der Firma Bayernoil Drucken
bayernoil_uebungstag.jpg  Ein Großschadensfall – brennende Flüssigkeiten und hochschlagende Flammen auf dem Bayernoil Werkgelände, eingeklemmte Personen auf dem Wertstoffhof und bewusstlose Menschen, gefangen in einer rund 40 Meter hohen Steigleiter. 

Ein Szenario, wie man es sich fast nicht vorstellen kann. Die eigene Werkfeuerwehr der Bayernoil Raffinerie im Dauereinsatz. Nun sind auch die Kameraden auf externe Hilfe von den freiwilligen Feuerwehren angewiesen. Damit im Ernstfall auch hier die Zusammenarbeit klappt, fand am vergangenen Samstag die jährliche Großübung auf dem rund 3000000 Quadratmeter großen Gelände statt.

Pünktlich um 9 Uhr morgens hieß es bei noch etwas frischen Temperaturen antreten an der Feuerwehrwache. Insgesamt zwei Wehren, die Kameraden aus Neustadt und Pförring probten den Ernstfall. Auf dem Programm standen drei „Unfälle“, die es abzuarbeiten gab. „Rund zwei Wochen braucht es für die Planung und Ausarbeitung der Übungen“, verriet Peter Dauschke von der Werkfeuerwehr, der alle drei möglichen Schadensereignisse geplant hat.

Flucht vor dem Rauch
Nach einer kurzen Instruktion stand der Fuhrpark der Feuerwehren auch schon in Bereitschaft. Es dauerte nicht lange, bis die erste Einsatzmeldung kam. Eine Person, bewusstlos und eingeklemmt in einer rund 40 Meter hohen Steigleiter. Sie wollte aufgrund des Rauchs flüchten. Einsatz für Florian Neustadt. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung trifft auch schon Kommandant Jürgen Bucher ein, um sich einen Überblick zu verschaffen. Schnell ist klar, es braucht das 30/1, also die Drehleiter, sowie Kameraden, ausgestattet mit Sicherungsseilen und Gurten, welche als Höhenretter agieren. Dann geht es rauf auf den Entschwefelungsturm. „Wir von der Werkfeuerwehr haben auch intern speziell ausgebildete Höhenretter. Bei diesem Szenario nehmen wir allerdings an, dass wir anderweitig auf dem Gelände eingespannt sind. Deshalb müssen nun die freiwilligen Feuerwehren diese Aufgaben übernehmen“, erklärte Armin Kappen, Leiter der Werkfeuerwehr Bayernoil. Die Person war derweil gesichert und langsam ging es für die fast lebensschwere Puppe wieder in Richtung Boden.

Plötzlich die nächste Alarmierung. Jetzt für die Kollegen der Feuerwehr Pförring. „Es ist wichtig, dass auch einmal eine nicht aus dem Landkreis stammende Feuerwehr miteingebunden wird, denn im Ernstfall könnten sie durchaus nachalarmiert werden“, erklärte Kappen, während der Rüstwagen der Pförringer schon auf dem Wertstoffhof eintraf. Ein Staplerunfall, zwei eingeklemmte Personen. „Ein Verletzter ist schon ein wenig gemein platziert, was aber durchaus realistisch ist“, betonte derweil Kreisbrandmeister Roland Niederreiter, der genau Protokoll führte und eventuelle Fehler und Verbesserungen am Ende der Übung mitteilte. Mit pneumatischen Hebekissen wurden der vom Stapler gefallen Behälter angehoben und die verletzte Person befreit. Die zweite Person konnte mit relativ einfachen Mitteln befreit werden.
„Ihr habt wirklich tolle Arbeit geleistet. Es gab auch keine Hektik oder Geschrei an der Einsatzstelle, welche fehl am Platz gewesen wäre“, lobte auch Kreisbrandinspektor Andreas Schöll.

Noch einmal Vollgas geben
„Beim nun letzten Szenario können die Wehren noch einmal Vollgas geben“, schmunzelte Armin Kappen derweil im Feuerwehrbus, während es zur Brandstelle ging. Ein Feuer mit Flüssigkeiten, dazu ein verrauchter und brennender Bürokomplex mit eingeschlossenen Personen. Auch die anrückenden Feuerwehren erkannten die Aufgaben sofort und so Griff ein Zahnrad ins andere.

Während sich vor allem die Pförringer um das Löschen der Brandstelle kümmerten, legten die Neustädter ihre Atemschützausrüstung an. Überwacht, ob Druck- und Atemluft ausreicht, ging es dann mit Wasser bewaffnet in die brennenden Container. Schaute man weiter rechts, erinnerte das Feld einer Schaumparty. Mit rund sechs bar Druck auf dem C-Schlauch wurde dann ein Wasser/Schaum Gemisch auf die entzündlichen Flüssigkeiten geschossen.

Zugleich versuchten zwei anderen Kameraden mit einem Pulverlöscher das Feuer unter Kontrolle zu bringen. „Wasser hätte hier nur eine kühlende Wirkung, darum auch der Schaum. Dieser nimmt dem Feuer den Sauerstoff. Nur so können die Flammen gelöscht werden“, erklärte Armin Kappen von der Werkfeuerwehr, während die Flammen im Hintergrund sichtlich kleiner wurden.

Am Ende war das Feuer aus, die sieben Personen gerettet und auch die Verantwortlichen sehr zufrieden mit der jährlichen Übung. So zeigte sich zugleich einmal mehr, dass das Zusammenarbeiten und gegenseitige Helfen besonders bei solch einem Großschadensfall immer wieder eine sehr wichtige Rolle spielt und oft ausschlaggebend für einen „erfolgreichen“ Einsatz ist.

Wir sind immer sehr dankbar, wenn unsere Wehren solche tollen Möglichkeiten zum Üben angeboten bekommen. Wir möchten uns hierfür sehr herzlich bei der Werksleitung und vor allem bei der Werkfeuerwehr unter der Leitung von Armin Kappen bedanken.
Nicht vergessen wollen wir die Firma Pieknik, die uns diese tollen Bilder zur Verfügung stellte, ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle.


Bilder des Übungstages

Bericht der Mittelbayerischen Zeitung

 
< zurück   weiter >
 
Top! Top!